Hermann von Greiffenegg

 

 

 

 

 

 

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Hermanns Sohn

Gottlob von Greiffenegg Offizier in österreichischen Diensten

Freiburgs Geschichte in Zitaten

Hermann Joseph Edmund Nepomuk
Tröndlin von Greiffenegg  (1737 -1807)

 

Die Tröndlins stammen aus Waldshut am Hochrhein, wo sie über Generationen als Salzkontrahenten (Händler) tätig waren. Im Jahre 1707 wird Hermann Joseph Edmund Nepomuk Tröndlins Großvater wegen seiner Verdienste um den Verschleiß des Hall-Inntalischen Salzes in den Adelsstand erhoben. Von nun an trägt die Familie den Titel von Greiffenegg.

 

Als der Salzhandel in der Region wegen verstärkter Konkurrenz aus Lothringen an Einträglichkeit verliert, nimmt Hermanns Vater Joseph Xaver Conrad Tröndlin von Greiffenegg nach seinem Jurastudium in Freiburg den Posten eines österreichischen Rats in der Landvogtei Altdorf (Der Ort ist heute Teil der Stadt Weingarten) an. Dort wird am 18. Februar 1737 Joseph Xavers drittes und letztes Kind auf die Namen Hermann Joseph Edmund Nepomuk getauft.

 

In der Tradition seines Vaters studiert Hermann von Greiffenegg - er unterschlägt später den bürgerlichen Namen Tröndlin - Rechtswissenschaften an der Albertina und tritt im Jahre 1759 in österreichische Dienste. Kaiser Josef II. bestellt den erst 30-jährigen zum landesherrlichen Kommissar und betraut ihn mit der delikaten Aufgabe, die schon von Maria Theresia 1752 beschlossenen Reformen an der Universität Freiburg nun endlich durchzuführen.  Diese setzt von Greiffenegg 1768 gegen den erbitterten Widerstand der Freiburger Professorenschaft mit aller Härte durch, um, wie er sagt, die Albertina in größeren Flor zu bringen. Die obstinaten Professoren belehrt er: Es ist eine andere Zeit, man hat jetzt andere, meine Bräuche. Rektor und Unversitätssenat, denen vermessene Widersetzlichkeit vorgeworfen wird, müssen eine Geldstrafe von 400 Dukaten entrichten, bevor Greiffenegg sie suspendiert. Anschließend bestellt er einen neuen ihm genehmen Senat.  Um die Nachhaltigkeit der Reformen sicherzustellen, setzt der Wiener Hof den Fakultäten staatliche Direktoren vor. Bis zum Jahre 1790 wirkt von Greiffenegg als Direktor verschiedener Fakultäten und übt schließlich als Präses des Spruchkollegiums der juristischen Fakultät auch universitätsrichterliche Funktionen aus. Mit diesen und weiteren Aufgaben, welche die österreichische Regierung ihm aufträgt und die er in seiner ihm eigenen herrischen und despotischen Manier durchführt, macht er sich in Freiburg keine Freunde.

 

Das ändert sich, als im 1. Koalitionskrieg gegen die Franzosen die Revolutionsarmee 1796 Freiburg einnimmt und von Greiffenegg sich dem drohenden Anschluss des Breisgau an Frankreich energisch widersetzt. Er wird verhaftet und nach Lothringen in die Festung Phalsbourg verbracht, seine Habe wird geplündert. Nach seiner Freisetzung 1797 verleiht Freiburg ihm und seinen Kindern in Dankbarkeit für seine Aufopferung das Freiburger Bürgerrecht, ja er wird ein Jahr später sogar zum Ehrenbürger der Stadt ernannt.

 

Als Folge seiner Siege gegen Österreich in Oberitalien schafft Napoleon in einem ersten Anlauf zur Neuordnung Europas die Cisalpinische Republik. Dadurch geht Herzog Herkules III. von Modena seiner italienischen Besitzungen verlustig und wird zum Landesherrn des Breisgaus bestimmt. Doch der Herzog ist mit dem Gebietstausch unzufrieden. Erst als ihm nach der erneuten Niederlage Österreichs im 2. Koalitionskrieg im Frieden von Lunéville 1802 zusätzlich die Ortenau zugesprochen wird, setzt Herkules III. seinen Schwiegersohn Erzherzog Ferdinand von Österreich zum Administrator des neuen Territoriums ein und dieser bestellt von Greiffenegg zu seinem Regierungspräsidenten. Der erhielt 1803 Vollmacht zur wirklichen Besitznehmung, Übernahme und zur ersten Leitung der Geschäfte gemäß dem Lunéviller Friedensvertrag. So muss der inzwischen 65-Jährige wiederum die Politik seiner neuen und ab 1803 seiner alten Herrschaft - nach dem Tode Herkules’ III. fällt der Breisgau an den Habsburger Ferdinand - durchsetzen. Es gilt nicht nur gegen die durch die französische Revolution ausgelösten liberalen Strömungen in der Bevölkerung vorzugehen, sondern Ich, der Regierungschef, wie er gern seine Sätze einleitet, möchte auch eigene Ideen eines Fürstenstaats verwirklichen. Der bekannte Freiburger liberale Rechtswissenschaftler Karl von Rotteck sagt damals über von Greiffenegg: Stets muss alles nach dem Willen Greiffeneggs gehen. So entstand eine ziemlich allgemeine Unzufriedenheit gegen die Regierung oder vielmehr gegen Greiffenegg, indem derselbe der unumschränkte Regent und alles Andere nur sein Creatur ist! Die kriechende, verächtliche Unterwürfigkeit der meisten Regierungsglieder gegen den Chef hat bereits die Satire und das Mitleiden der benachbarten badischen Unterthanen erregt, welche die breisgauischen Beamten nur Kratzfüßler nennen.

 

Die erneute Niederlage Österreichs 1805 im 3. Koalitionskrieg besiegelt das endgültige Schicksal der Region.  Von Greiffenegg muss erleben, wie am 2. Dezember der selbsternannte Kaiser der Franzosen Napoleon seinen Herrn den Habsburger Franz I. in der Schlacht bei Austerlitz vernichtend schlägt. Das Ergebnis dieser dritten österreichischen Niederlage in Folge gegen Frankreich lässt nicht lange auf sich warten. Schon am 20. Dezember 1805 verfügt Napoleon noch in Wien den Übergang des Breisgaus an das Großherzogtum Baden. Aus strategischen Gründen verheiratet er seine Adoptivtochter Stephanie de Beauharnais mit dem Erbprinzen Karl Ludwig von Baden. Stephanie erhält den Breisgau als Mitgift. Immerhin bleibt es Hermann von Greiffenegg erspart, im folgenden Jahr die Übergabe der Region an das zum Großherzogtum erhobene Baden persönlich vorzunehmen. Das erledigt der französische Statthalter General Jean Victor Moreau.

 

Quieti Sacrum

 

Als man von Greiffenegg anbietet, in badische Dienste einzutreten, lehnt er dies kategorisch ab. Stattdessen zieht er sich nach 45 Jahren treuer Dienste für das Haus Österreich und inzwischen 68-jährig auf seinen Altersruhesitz zurück. In diesem 1805 auf den Trümmern der Vaubanschen Festungsanlage auf einem Vorsprung des Schlossbergs gebauten Schlössle, das er  Quieti Sacrum Heiligtum der Ruhe nennt, sucht von Greiffenegg endlich Zurückgezogenheit. Doch ist, wie sein Sohn bemerkt, der Anfall der Region an Baden für Hermann von Greiffenegg ein Nagel zu seinem Sarg. Dieser schließt sich am Weihnachtstag des Jahres 1807 über dem letzten österreichischen Regierungspräsidenten des Breisgaus.

This page was last updated on 01 März, 2012